Tourtagebuch der Absurditäten Teil 02

Tag 01, Tag 02 // Köln – Magdeburg
Zu Beginn des heutigen Beitrages möchte ich mich gerne selbst zitieren:

„Nun sind wir auf dem Weg und fragen uns gespannt, welche Absurdität uns als nächstes begegnen wird – das kann doch nicht nicht alles gewesen sein, oder? Bring it on!“

Da habe ich mich wohl ein bisschen zu weit aus dem Fenster gelehnt. Schlimmer geht immer, sagt ja schon der Volksmund…

Wir verlassen Köln bereits vor 12.00h, in der festen Annahme, genug Puffer eingebaut zu haben – schliesslich soll die Fahrt nur ca. 4 Stunden dauern und wir um 18.00h ankommen. Nun begab es sich allerdings, dass wir bereits 5 Minuten nach unserer Abfahrt im Stau standen – und dies sollte sich dann auch für die folgenden 8 Stunden nicht ändern. Magdeburg hat dann noch zum krönenden Abschluss ein paar kryptische Umleitungen für uns aufgestellt, so dass wir leicht verspätet um kurz vor 20.00h im Club ankommen. Die Türen sollen um 20.00h aufgehen. Nichts, was unseren Mischer aus der Ruhe bringen kann: „Lasst uns jetzt auf den letzten Metern nicht in Hektik verfallen“ spricht er, und wir bauen folgsam auf.
Nach einem kurzen und beunruhigenden Soundcheck füllt sich der Raum mit Publikum und wir fangen an zu spielen. Trotz mancher Sound-Unstimmigkeiten geben wir unser bestes, tierisch gut drauf zu sein und uns weder Müdigkeit, noch Stress, noch Krankheit anmerken zu lassen.
Gut, wenn in derlei Situationen hilfreiche Stimmen mitten im Konzert aus dem Publikum erklingen, die sagen: „Könnt ihr mir bitte einen Gefallen tun und leiser spielen? Ihr spielt mir ja die Leute raus hier!“ (Es war übrigens nicht die Veranstalterin)

Da gefriert einem mal kurz das Grinsen im Gesicht.
Tief erschüttert beschließen wir im Nachhinein, mit solchen Situationen besser umgehen zu wollen – denn wer wünscht sich nicht, immer zum rechten Zeitpunkt die richtigen Worte parat zu haben?
Kurz entschlossen besorgen wir uns ein Selbsthilfebuch zum gemeinsamen Studium: „Judo mit Worten“ von Barbara Berckham. Wir lernen viel von Barbara. So viel, dass wir gerne fortan täglich eine wertvolle Lektion mit euch teilen würden.

LEKTION 1: KONTRA-STRATEGIE: DIE UMLEITUNG
„Das Prinzip ist denkbar einfach: Ihr Gegenüber sagt etwas Seltsames und sie reden über etwas ganz anderes. Was das sein könnte, hängt von dem ab, was ihnen gerade durch den Kopf geht.“

So könnte in Zukunft eine derartige Situation für uns ausgehen:
Die seltsame Bemerkung: „Könnt ihr mir bitte einen Gefallen tun und leiser spielen? ihr spielt mir ja die Leute raus hier!“
Die Umleitung: (Zitat Judo mit Worten) Wissen, sie, was mir da durch den Kopf geht? Wir kriegen dieses Jahr bestimmt einen milden Winter. Bei dem Sommer, den wir hatten, da wird der Winter nicht sehr kalt sein.“
(Schlagzeuger zählt sogleich an)

BÄM!
In your face!
Das hätte gesessen.

Ein mögliches weiteres Anwendungsgebiet im Rückblick:
Wir erinnern uns. München. Nach dem Konzert. Die Veranstalterin verabschiedet uns aus unerfindlichen Gründen mit den Worten:
Die seltsame Bermerkung: „Fickt euch!“
Die Umleitung: „Jetzt fängt wieder die Spargel-Saison an. Also, ich mag Spargel nicht so gerne.“

Hätten wir diesen Schatz der Weisheit nur früher schon besessen.
Freut euch auf weitere Lektionen und lernt mit uns.

Jetzt fahren wir mal nach Braunschweig. Ich wage nicht mehr, das Schicksal herauszufordern.
Daher nur: So long. Wir lesen uns morgen.

 

carmen

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