Tourtagebuch der Absurditäten Teil 01

Tourtagebuch Herbst 2015
Tag minus 03 (Dienstag)
Willi macht Bodenkampf und ruft vorsichtshalber spät am Abend schonmal an, um mitzuteilen, dass seine Hand ein bisschen wehtut. Naja, erstmal schlafen.
Noch wissen wir nicht, wie dringend wir diesen Schlaf brauchen werden.

Tag minus 2 (Mittwoch)
Mittwoch morgen: Willi schreibt uns einhändig eine Mail: Mittelhandknochen gebrochen und mindestens 6 Wochen kein Gitarre spielen mehr. Außerdem will man ihm auch ein paar Schrauben und Platten in seine Hand einsetzen.

Mittwoch Abend: wir treffen uns zur Probe, um herauszufinden, ob es uns gelingen könnte, innerhalb kürzester Zeit ein paar Kleinigkeiten anders zu machen. Eigentlich ist es ganz leicht: Maik steigt einfach fix von Bass auf Gitarre und Willi von Gitarre auf einhändiges Rasseln um, und Judith und Carmen lassen sich jeweils noch einen dritten Arm wachsen, mit dem sie die Basslinien von Maik und manche Gitarrenstellen von Willi übernehmen können – challenge accepted!

Die Probe verläuft intensiv, aber wir trennen uns im Einvernehmen, die Tour zu machen. Das Konzert in der Astra-Stube müssen wir schweren Herzens absagen, denn ein wenig Zeit brauchen wir schon noch, um uns an die komplett neue Besetzung zu gewöhnen.

Tag minus 1 (Donnerstag)
Hatte ich erwähnt, dass wir einen neuen Schlagzeuger haben, der bisher noch kein eigenes Schlagzeug besitzt? Das wäre dann wieder eine andere Geschichte. Zum Glück gibt es eine Menge netter Menschen, die einem helfen, wenn Not am Mann ist.
Daher müssen wir neben der intensiven Probennotwendigkeit eigentlich nur noch Schlagzeughardware aus der KHM (danke Fabian und Nic), Becken aus Kalk (danke Saskia) und ein Schlagzeug Set aus Ehrenfeld (danke Max, danke Robin) holen. Ha! Machen wir doch mit links! Das bisschen rumfahren.
Nach einer Stunde Proben trennen wir uns – allerdings nicht, ohne vorher noch schnell einen Bandselfie zu machen – soviel Zeit muss sein.

Martin und Maik sammeln überall in Köln das Schlagzeug ein, während Carmen, Willi und Judith zur EP Produktion nach Hause fahren.

Während Willi sich hingebungsvoll und einhändig mit kleinen Coverkunstwerken beschäftigt und der Stapel der fertigen EP’S immer weiter wächst, fahren die Jungs noch ein bisschen durch die Stadt und langweilen sich. Es gibt irgendwie nicht genug zu tun. Also durchbohren sie kurz entschlossen noch die Rückscheibe unseres geliehenen Autos mit der Ecke von einem Amp (Sorry, Bro – falls es dich tröstet: Carmen fand, dass die tausend Scherben wirklich hübsch waren.) Endlich passiert mal was!

Nach lächerlichen viereinhalb Stunden Fahrerei finden wir uns wieder im Proberaum ein und proben weiter. Das Set wächst und gedeiht – und wird fertig.

Tag 0 (Freitag)
Nun sind wir auf dem Weg und fragen uns gespannt, welche Absurdität uns als nächstes begegnen wird – das kann doch nicht nicht alles gewesen sein, oder? Bring it on!

Für den Fall, dass alles gut geht (und auch, falls nicht):
Wir freuen uns auf die 4 Konzerte! In kurzer Zeit haben wir eine Menge geschafft. Wer uns schonmal gesehen hat, wird LINGBY mal anders hören. Wer uns noch nie gehört hat, dem kann das eigentlich egal sein. Aber kommen solltet ihr in jedem Fall! Und wenn nur aus Mitleid, weil Willi einen Gips hat. Oder wegen seiner einhändigen Schellenkranz-Performance.

Wir bringen stolz und zufrieden eine brandneue EP mit, bei deren lichtgeschwindigkeitsartiger Produktion der junge Nicolas Epe massgeblich beteiligt war und dem wir sehr dankbar dafür sind!
Auch dankbar sind wir Locas in Love, die uns so großzügig ihr wunderbares Bearcave Studio zum Aufnehmen zur Verfügung gestellt haben.
C&C Drums sind wir auch dankbar, denn ihnen verdanken wir das großartig klingende und schön anzusehende Drumset.

Also, kommt vorbei – wir haben keine Kosten und Mühen gescheut! Wir freuen uns auf euch.

 

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